Eine starke Dynamik im PV-Bereich prägt laut Fortschrittsmonitor 2026 den Ausbau der Erneuerbaren Energien
Kürzlich wurde der vierte Fortschrittsmonitor von BDEW und EY veröffentlicht. Dieser liefert einen kompakten Überblick über den Status der deutschen Energiewende mit Handlungsempfehlungen für ein Gelingen des ambitionierten Vorhabens.
Es zeigt sich, dass der PV-Zubau im Jahr 2025 mit 17,6 GW einen neuen Rekord erreicht hat und der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf 56 % angestiegen ist. Trotzdem gibt es Handlungsbedarfe, da zum Beispiel der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft sowie der Ausbau der Offshore-Windenergie ins Stocken geraten sind und die Emissionslücke zum Klimaziel 2030 größer geworden ist.
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Treibhausgasemissionen müssten ab 2026 jährlich um 7 % sinken, damit das Ziel aus dem Klimaschutzgesetz für 2030 noch erreicht werden kann
Von 2024 auf 2025 gingen die Treibhausgasemissionen Deutschlands um nur 0,1 % auf 629 Mio. tCO2 zurück. Die Emissionen der Energiewirtschaft sanken um 0,6 Mio. tCO2. Hier konnte der Zubau an Erzeugungskapazität die Effekte des windarmen Jahres ausgleichen, aber eine Reduktion von 15 Mio. tCO2 wie von 2023 auf 2024 konnte in dem Sektor nicht erreicht werden. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen gemäß Klimaschutzgesetz bezogen auf 1990 insgesamt um 65 % auf 439 Mio. tCO2 gesenkt werden. 1990 lagen die Emissionen bei 1.253 Mio. tCO2. Die Energiewirtschaft liegt bei den Einsparungen als einziger Sektor im Soll und auch bei dem EE-Anteil am Bruttostromverbrauch liegt der Anteil von 56 % leicht über dem EEG-Zielpfad hin zu 80 % im Jahr 2030. Zur Erreichung des 80 %-Ziels ist es notwendig, den Ausbau von Erneuerbaren Erzeugungsanagen und die intelligente Einbindung von Speichern weiter zu beschleunigen. Insbesondere der Gebäude- und Verkehrssektor erreichen die Reduktionsziele aktuell nicht.
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Im Stromsektor liegt der Zubau im Offshore-Windbereich 2025 mit 0,5 GW deutlich hinter den Plänen
Mit fast 18 GW Zubau liegt der PV-Bereich 2025 deutlich über dem Zielwert von 13,7 GW und erreicht schon fast den Wert, der ab 2030 angestrebt wird (19,1 GW/a). Der Nettozubau bei der Windenergie an Land liegt mit 4,6 GW deutlich über dem Durchschnitt der letzten Jahre, aber noch deutlich hinter den Ausbauzielen des EEG, die für das Jahr 2025 bei 10,2 GW und 2030 bei 8,6 GW liegen. Bei der Offshore-Windenergie ist die Abweichung jedoch am größten. Statt der angestrebten jährlichen 3,5 GW wurden nur 0,5 GW erreicht. Ausgerechnet bei den Anlagen mit der höchsten Volllaststundenzahl entsteht eine große Lücke zum Plan. Die Daten zu den Ausschreibungen zeigen im Offshore-Bereich auf, dass auch in naher Zukunft die Ziele wahrscheinlich nicht erreicht werden. Von den in 2025 ausgeschriebenen 3,5 GW wurde nur 1 GW bezuschlagt, weil es nicht mehr Gebote gab. Um die Ausbauziele zu erreichen, muss insbesondere im Windenergiebereich der Ausbau beschleunigt werden. Beim Onshore-Wind waren 2025 erstmals seit 2018 wieder alle Ausschreibungen überzeichnet, was ein Anzeichen dafür ist, dass der Zubau hier weiter zunimmt. Auf der anderen Seite bewirkt der massive Zubau im PV-Bereich bereits jetzt, dass neue Herausforderungen entstehen, weil zur Integration der Erzeugungsspitzen die Bedarfe an Speichern, Netzausbau und Flexibilitäten steigen.

Abbildung 1: EE-Zubau & Zubauziele in GW/a (Quelle: Eigene Darstellung auf Basis des BDEW Fortschrittsmonitors 2026, S. 15)
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Produktion von Wasserstoff steigt um 18,5 % und liegt noch 51 TWh hinter dem Ziel der Wasserstoffstrategie
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 43,8 TWh Wasserstoff produziert. Die Produktion aus Erneuerbaren Energien stagniert dabei auf einem niedrigen Niveau von 0,29 TWh. In der nationalen Wasserstoffstrategie wird für das Jahr 2030 von einem minimalen Wasserstoffbedarf von 95 TWh ausgegangen. Außerdem ist in der Strategie das Ziel einer H2-Erzeugungskapazität von 10 definiert worden. Theoretisch befinden sich ca. 13 GW Produktionskapazität in der Planung, allerdings sind bei nur 11 % der Projekte die Investitionsentscheidungen getroffen worden. Daher ist unter den aktuellen regulatorischen Vorgaben davon auszugehen, dass die 10-GW-Zielmarke bis 2030 nicht erreicht werden wird. Für einen schnelleren Markthochlauf müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden. Durch gezielte Anpassungen und Förderungen könnten die Kosten für grünen Wasserstoff gesenkt werden und der Wasserstoffhochlauf beschleunigt werden. Für 2025 werden die Gestehungskosten mit 6,9 €/kg beziffert, was etwa 21 ct/kWh entspricht.
Neben dem grünen Wasserstoff stieg die Produktion von Biogas leicht an. Auch wird immer mehr Biogas in das Gasnetz eingespeist. Der Wert lag 2025 bei 12,8 TWh. EU-Ziele sehen in dem Segment vor, dass im Jahr 2030 100 TWh Biogas eingespeist werden. Dieses Ziel erscheint nicht erreichbar, da die aktuellen Mengen nicht ausreichen würden. Neben den ins Netz eingespeisten Biomethanmengen wurden 2025 27,8 TWh Strom und 15,4 TWh Wärme aus Biogas erzeugt.
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Übertragungsnetzbetreiber investieren mit 22,2 Mrd. € bereits im Jahr 2025 mehr, als für 2030 als Planwert angesetzt ist
Auch die Verteilnetzbetreiber investierten 2025 mit 11 Mrd. € einen hohen Betrag, der jedoch noch deutlich unter dem Zielwert von 15,4 Mrd. € für das Jahr 2030 liegt. Gefördert werden die Investitionen und der damit verbundene Netzausbau durch verbesserte Bedingungen bei Planung und Genehmigung des Netzausbaus. In dem Bereich muss es allerdings – insbesondere mit Blick auf die erwarteten neuen Anschlüsse in den Bereichen Speicher, Wärmepumpen, PV-Anlagen und Ladeinfrastruktur – weitere Optimierungen geben.
Die Investitionen ins Gasnetz steigen seit 2023 wieder an. Ursächlich ist hier die Anbindung der LNG-Terminals und die neu benötigten Leitungen, um Gas von West- nach Ostdeutschland zu transportieren. Für den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur wurden 2025 507 km bestehende Gasleitungen auf Wasserstoff umgestellt und 19 km neue Leitung gebaut. Die Netzentgelte im Gasbereich werden in den nächsten Jahren durch sinkende Absatzmengen steigen. In diesem Zusammenhang gewinnen Verteilnetzentwicklungspläne an Bedeutung, weil durch Stilllegungen von Gasnetzabschnitten, in Abstimmung mit der Wärmeplanung, die Gesamtwirtschaftlichkeit des Energiesystems optimiert werden kann. Die Bedeutung von Erdgas wird stark zurückgehen. Grüne Gase werden eine Rolle spielen, jedoch wird der Umfang deutlich reduzierter sein als der jetzige Einsatz von Erdgas.
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Im Wärmesektor löste die Wärmepumpe 2025 mit 299.000 verkauften Geräten den Gaskessel als meistverkaufte Technologie ab
Es wurden im Jahr 2025 299.000 Wärmepumpen verkauft, 55 % mehr als 2024. Das Ziel der vorherigen Regierung von jährlich 500.000 neuen Wärmepumpen wurde damit weit verfehlt. Der Anteil Erneuerbarer Energien liegt im Wärmesektor bei 20,7 % und mit 76,6 % stammt hier der Großteil aus Biomasse. Der Zielwert für 2030 liegt bei 32 %. Der Absatz an Fernwärme erhöhte sich 2025 leicht um 2 % auf 132 TWh und ihr Anteil an der Wärmeversorgung liegt mit 10,5 % auf einem stabilen Niveau. 34,4 % der Fernwärme kommt aus erneuerbaren Quellen oder Abwärme. Durch diesen vergleichsweisen hohen Anteil wird vielerorts im Zuge der Kommunalen Wärmeplanung viel Hoffnung in die Fernwärme gelegt. Vollständige Transformationskonzepte hin zu einer 100 % nachhaltigen Fernwärme werden oft jedoch gerade erst in Transformationsplänen erarbeitet und die Umstellung stellt viele Betreiber von Wärmenetzen vor große Herausforderungen.
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Emissionen im Verkehrssektor sind seit 1990 erst um 10 % gesunken und damit ist der Verkehr inzwischen der zweitgrößte Treibhausgasemittent
Von den 146 Mio. tCO2 Emissionen verursachte der Straßenverkehr 98 %. Seit mehreren Jahren stagnieren die Emissionen im Verkehrssektor und die Lücke zum Zielpfad wird damit zunehmend größer. Hochrechnungen zeigen, dass die Lücke 2030 bei 42 Mio. tCO2 liegen kann (Ziel 2030: 73 Mio. tCO2). In diesem Zusammenhang sind Maßnahmen der EU kritisch zu sehen, die die ursprünglichen Flottenemissionsziele abschwächen. 2025 wurden in Deutschland mit 545.000 vollelektrischen PKW so viele zugelassen, wie noch nie zuvor. Hinzu kommen 311.000 Plug-in-Hybride. Der Anteil an den Neuzulassungen dieser beiden Varianten betrug damit 19 %. Bis 2035 sollen es 90 % sein (EU-Ziel ursprünglich 100 %). Im europäischen Vergleich sind die Anteile in Deutschland eher gering. In Dänemark waren 2025 69 % der neuzugelassenen PKW vollelektrisch und in den Niederlanden 40 %.
Sehr positiv für den weiteren Hochlauf der E-Mobilität ist, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit 201.000 öffentlichen Ladepunkten 145 % über dem Planwert liegt. 2025 wurde die Anzahl der Ladepunkte um 21 % gesteigert und die aktuelle Nachfrage wird um das 2,5-Fache übererfüllt. Bei den Nutzfahrzeugen stieg die Zulassungszahl von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben um 59 %. Insgesamt liegt der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben aber trotzdem bei nur 2,9 %. Wichtiger Treiber für den Hochlauf in diesem Segment ist die vollständige Befreiung von der Maut.
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Fazit
Die Kernaussage des Fortschrittsmonitors 2026 ist, dass die Umstellung auf ein stromzentriertes Energiesystem Deutschlands Resilienz stärkt, Kosten senkt und den Weg für eine nachhaltige digitale und industrielle Entwicklung ebnet. Jedoch ist das Treibhausgasreduktionsziel für 2030 in mehreren Sektoren in Gefahr. Zur Erreichung der Ziele müssen konsequente Maßnahmen eingeleitet und aktuelle Regelungen, die den Zielen zuwiderlaufen, abgeschafft oder zumindest vereinfacht werden.
Quellen:
Zahlen, Trends & Insights zur Energiewende in Deutschland | BDEW
Treibhausgas-Projektionen 2025 für Deutschland









